Als einer der wenigen Liedermacher:innen dieses Landes kann sich Reinhard Mey über den auch kommerziellen Erfolg seines Werkes nicht beschweren. Ihm selbst scheint es dabei nie seltsam vorgekommen zu sein, dass viele seiner Alben bis 1975 und dann wieder ab dem Jahr 2000 mit Goldenen Schallplatten geehrt wurden, in den 25 Jahren dazwischen aber kein einziges – obwohl er auch da viele erfolgreiche Tonträger veröffentlicht hat.
Einem Freund des Liedermachers kam die große Lücke spanisch vor, und Meys Team veranlasste eine Prüfung bei Universal, worunter seine Veröffentlichungen heute firmieren. Selbst gewechselt hatte er seine Plattenfirma nie, aber sie wurde gleich zweimal übernommen, was offenbar dazu führte, dass Daten verloren gingen oder nicht mehr beobachtet wurden. Der Bundesverband Musikindustrie (BMVI) bestätigte schließlich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass Reinhard Mey mit zusätzlich 24 Awards (darunter einmal Platin und einmal Dreifach-Gold) aus Deutschland und Österreich für frühere Phasen seiner Karriere ausgezeichnet wird. Dies beträfe Veröffentlichungen aus seinen Zeiten beim Label Intercord, das 1994 von EMI übernommen wurde, und bei EMI.
Heißt: Der Liedermacher braucht nun (mindestens) eine weitere Wand, um die zusätzlichen glänzenden Scheiben unterzubringen, deren Bestand sich auf einen Schlag mehr als verdoppelt hat, von zuvor 21 Goldenen Schallplatten auf jetzt insgesamt 45 Awards.
Bis 1999 mussten für eine Goldene Schallplatte 250.000 Alben verkaufen musste, die doppelte Zahl für Platin. In Zeiten von Streaming, Downloads und der abnehmenden Bedeutung von Alben als Gesamtkunstwerke sind die Schwellenwerte auf 75.000 Exemplare für Gold gesunken (digitale Abrufe werden nach einem komplizierten System miteingerechnet).
Reinhard Meys dreißigstes Studioalbum mit dem Titel Schatzhauser ist für September angekündigt.






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